everything is better than doomscrolling

Inspiriert von Lisa Lives Hyggelig und meinem eigenen Blog 👀, dachte ich mir, ich mache mal ein Zine mit Anti-Doomscrolling-Ideen. Davon kann man nie genug haben. Seit ich Instagram mehr oder weniger aus meinem Alltag verbannt habe, funktioniert es zwar recht gut. Hin und wieder merke ich aber trotzdem, wie schnell ich dort hängenbleibe.

tl;dr

(tl;dr bedeutet „too long, didn’t read“. Eine Zusammenfassung für diejenigen, deren Aufmerksamkeitsspanne noch in den letzten 100 Reels festhängt)

Weniger Scrollen in 3 Schritten:

  1. Basics: Notifications ausschalten und Apps ersetzen.
  2. Machen: Analoge Sidequests, Zines basteln & Natur genießen.
  3. Abschalten: Vagusnerv-Übungen & Selfcare statt Berieselung.

Beginnen wir mit den Basics.

Um das Doomscrolling loszuwerden, benötigt es ein paar neue Voraussetzungen.

  • Deaktivere Push Benachrichtigungen von Social Media Apps, damit du nicht ständig animiert wirst, nachzuschauen.
  • Wenn dir das Rumscrollen an sich gefällt, dann ersetze Social Media erstmal durch andere Apps, die echte Erfolgsgefühle bringen. Die lassen sich dann auch leichter wieder schließen. Z.B. eine Journal-App, Gedächtnisspiele, Lesen/Kindle, eine App zum Sprachen lernen oder in der man Zusammenfassungen von Büchern lesen kann.
  • Nutze Social Media doch mal nur noch auf deinem Computer. Das ist weniger gemütlich und man hat ihn nicht ständig dabei.
  • Verstehe, dass viele Apps wollen, dass du süchtig nach ihnen wirst, damit sie Geld verdienen. Die machen das ja alle nicht zum Spaß. Endlos-Feeds sind genau deshalb da, damit man immer weiter scrollt, in der App bleibt, Werbeanzeigen anschaut und das Gefühl hat, man müsse da überall mitmachen, weil man sonst was verpasst. Will man das? Will man nicht.
Aufgeschlagenes Zine auf Gras mit den Tipps „Sei neugierig“ und „Verbringe Zeit draußen“ als Collage.

Was du statt Doomscrolling tun kannst

Um die Pflanzen kümmern, ausmisten oder etwas neu dekorieren geht wahrscheinlich immer, solange man Lust darauf hat. Schon mal in der Trödelhalle gewesen, und nach alten Schätzen gesucht? Du könntest außerdem mal wieder Pfand wegbringen, das führt an die frische Luft UND es gibt Geld dafür! 💸 Morgens könntest du als erstes das Radio anschalten, anstatt ans Smartphone zu gehen.

Sei neugierig

Viel besser, als sich mit Dingen berieseln zu lassen, die andere tun, ist es doch, etwas selbst zu machen. Also recherchiere doch mal Antworten auf Fragen, die du dir spontan oder schon länger stellst. Du wirst überrascht sein, wie alt Schwäne werden können.

Belege einen Kurs, online oder im echten Leben, mit oder ohne Zertifikat. Anstatt stundenlang Videos zu schauen, wie andere Kaffee kochen, Nägel machen, über Ernährung aufklären und so weiter, könntest du es doch mal selbst versuchen. Es gibt online und offline Kurse zur Ernährungsberaterin, Barista, kreatives Schreiben, Nageldesign, Imkern, … An Volkshochschulen gibt es viele Kurse, die oft günstiger sind, als woanders. In Stadtteiltreffs gibt es auch oft kostenlose Angebote.

Schon mal ein Armband geknüpft? Shuffle getanzt? Eine Sprache gelernt? Einen Sauerteig gemacht?

Rausgehen 🦕

Verbringe Zeit in der Natur. Für mich ist das ein Muss, auch wenn es bei Büroarbeit oft ein wenig zu kurz kommt. Aber egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Auto und mit Klappstuhl im Gepäck: Natur tut Körper und Seele gut. Entdecke die ersten Schneeglöckchen im Frühjahr oder lausche den Vögeln im Wald.

Trinke deinen Kaffee doch mal im Thermobecher draußen bei einem Spaziergang (ohne aufs Smartphone zu schauen).

Analoge Sidequests

  • Geh in die Bibliothek, such dir einen gemütlichen Platz und lies dort ein Buch.
  • Mache eigene Zines. (Das ist natürlich der beste Tipp von allen und man kann sich sehr sehr umfangreich und lange damit beschäftigen 😅)
  • Entdecke Orte in deiner Stadt, die du noch nicht kennst: Cafés, Parks, Hinterhöfe, Schleichwege.
  • Verschicke echte Post an jemanden, zum Beispiel einen Frühlingsgruß oder Weihnachtskarten.
  • Pflücke Beeren und koche Marmelade.

Ruhe, Entspannung und Selfcare

Oft hat man keine Lust auf Aktivität, sondern möchte abschalten. Aber auch dafür gibt es Alternativen ohne Smartphone.

  • Mache eine Gesichtsmassage.
  • Mache eine Maniküre, feile deine Nägel und pflege sie mit Nagelöl.
  • Mache ein Fußbad.
  • Mache ein sanftes Yoga-Stretching (gibt genug auf YouTube).
  • Schaue einen Film oder eine Serie.
  • Höre einen Podcast oder Hörbuch.
  • Blätter durch eine Zeitschrift (du kannst sie später für Collagen verwenden ✂️).

Der neueste Hype ist der Vagusnerv. Er ist dazu da, das Nervensystem zu regulieren. Den Vagusnerv regelmäßig zu stimulieren, kann deshalb kurzfristig und langfristig sehr entspannend und beruhigend wirken. Probiere doch mal solche Übungen aus. Das beste daran ist, dass sie nicht lange dauern und auch nicht anstrengend sind.

  • Atme länger aus, als du einatmest (z.B. 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus). Mache das ein paar Minuten lang.
  • Summe laut oder singe.
  • Massiere deine Ohrläppchen und den Bereich hinter dem Ohr.

Viel Spaß,
Anna

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