Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, weniger Zeit am Smartphone zu verbringen und allgemein weniger von dem zu machen, was mich unzufrieden macht. Kleinigkeiten zu ändern, um mehr Analoges in meinen Alltag zu bringen und mein Gehirn weniger mit Reels zu frittieren. Der Januar ist fast um und bisher fühlt sich das ziemlich gut an. Hier kommt eine Zusammenfassung.
Es hat geschneit.
Draußen sein muss sein. Ich brauche meine Bewegung, sonst werde ich unruhig und unzufrieden. Und ich liebe Schnee. Davon gab es im Januar reichlich. Alles war schön gedämpft, weiß und still. Herrlich. Dafür ziehe ich mich auch um 22 Uhr nochmal an und drehe eine Runde um den Block, wenn es gerade dicke Flocken vom Himmel schneit. Ich vermisse den Schnee.
Dann habe ich wieder irgendeinen Gehirnfurz gehabt, dem ich unbedingt nachgehen muss, weil es sich in dem Moment eben so anfühlt. Ich kann jetzt mit Erfahrung sagen: Es ist sehr, sehr kalt an den Füßen, wenn man barfuß im Schnee steht. Aber auch schön. Zumindest ungefähr 3 Sekunden lang, dann tuts weh. Das hat mich aber auch nicht davon abgehalten, nach einer kurzen Aufwärmphase nochmal raus zu gehen.
Gezählte Schritte im Januar: ca. 191.000 Schritte (ca. 6.000 / Tag im Durchschnitt)1
Ich war in der Bibliothek.
Ich glaube das letzte Mal war ich in der Bibliothek, als ich in der Grundschule war. Nun war ich aber neugierig, ob es in unserer Bibliothek wohl sowas wie eine kleine Zine Library gibt. Also war ich wirklich mal wieder dort. Zines gabs nicht. Aber dafür habe ich mir einen Comic (“Roaming – 5 Tage in New York”) geschnappt und bin bis Seite 94 gekommen, bevor mein Boyfi mich gefunden und gesagt hat, dass wir los müssen. Es war Zeit für Mittag. Eine Woche später bin ich wieder hingegangen – Samstag kurz nach 9 Uhr morgens – und habe das Buch zwei Stunden lang zuende gelesen. „In der Bibliothek ist man sehr leise“ könnten viele Leute allerdings nochmal verinnerlichen. Zum Teil war da richtig viel Trubel, das war etwas anstrengend.

Mein erster Zinetausch.
Je mehr ich mich damit beschäftige, um größer wird die kleine Welt der Zine-Szene. Das ist toll, denn so entdecke ich immer wieder was neues. Jenni von zines.cool hat einen Zinetausch organisiert, an dem ich teilgenommen habe. Ich habe 3 Zines per Post an sie geschickt und bekomme bis Mitte März drei zufällige Zines von anderen Teilnehmenden zurück. Jetzt warte ich also auf Post und bin schon ganz gespannt!
Bei der Gelegenheit habe ich auch Zines für ihren Podcast zines.fm mitgeschickt, in dem sie eingeschickte Zines vorstellt und darüber spricht. Mal sehen, ob und wann mein Zine dabei ist.
Gelesen und gefunden
Eigentlich habe ich schon immer lieber TV geguckt oder Hörbücher gehört. Um ein Buch zu lesen, brauche ich Stille und keine Ablenkung. Und selbst dann frage ich mich regelmäßig nach ein paar Seiten, was ich gerade gemacht habe – denn mitbekommen habe ich nichts 😅 Anders ist das bei Comics und Graphic Novels.
Ungelesen in meinem Schrank lag unter anderem noch “Grommets”, ein Comic über Freundschaft und Skateboard Kultur in den 80ern. Nachdem ich das Heft gelesen hatte, stellte ich fest, dass es 7 Teile davon gibt. Hab ich vorher wieder nicht mitbekommen und nun das Buch mit der gesamten Story bestellt.
Außerdem habe ich in einem öffentlichen Bücherschrank das 40 Jahre alte Buch “Die Welt der ausgestorbenen Tiere” gefunden. Darin werden die Erdzeitalter beschrieben und es hat vor allem richtig schöne Illustrationen von Dinosauriern, riesigen Libellen, Mammuts und Meereslebewesen. Ein richtiger Schatz.
Scrap-a-day
Ich habe den Januar tatsächlich durchgezogen. Wer hätte das gedacht (ich nicht). Praktischerweise passen auf eine Seite nur 24 Quadrate, sodass von vornherein schon ein “Ich werde nicht 31 Motive im Januar ausstanzen”-Puffer eingeplant war. Meine Scraps stammen aus Flyern, Verpackungen und sonstigen Dingen, die mir im Januar begegnet sind. Dazu mache ich bestimmt mal einen eigenen Beitrag, aber hier ist ein kleiner Zwischenstand:

Ich habe Nordlichter gesehen. Vor meinem Küchenfenster.
Mitte Januar gabs eine riesengroße (analoge) Überraschung. In Finnland und Norwegen sind schon Nordlichter über meinem Kopf getanzt. Immer verbunden mit einer weiten Reise über den Polarkreis hinaus. Deshalb habe ich in den letzten Jahren die Aurora Alerts für Deutschland ignoriert. Der kp-index reicht oft nur aus, um ein grünes Schimmern am Horizont zu sehen, das oft auch nur durch die Kamera richtig sichtbar wird.
Am 19. habe ich abends das Wetter gecheckt und meine Wetter App hat einen Hinweis zu Nordlichtern eingeblendet. Das hat mal wieder diese Nordlicht-Sehnsucht ausgelöst. Nordlichter sind einfach so unfassbar schön und wenn sie am Himmel entlang wandern, ist alles okay. Die Welt ist dann irgendwie in Ordnung und friedlich. Ich war also überzeugt, dem ganzen eine Chance zu geben und habe versucht, herauszufinden, wo in meiner Wohnung Norden ist – erfolglos, haha. Wenige Minuten später habe ich aus dem Küchenfenster geschaut, so wie ich das oft abends mache, bevor ich ins Bett gehe. Die Hof-Seite ist recht dunkel, weshalb immer viele Sterne zu sehen sind. Und dann waren sie einfach da. In einer überraschenden Intensität, quer über dem Himmel, trotz Lichtverschmutzung zu sehen, mitten in Norddeutschland. Vor meinem Küchenfenster. So. Unfassbar. Schön. 💚

- Stand 29.1. sind es 190.961 Schritte, wobei die App aus unerklärlichen Gründen den Januar seit 29.12. zählt. Somit sind heute aber 31 Tage um und außerdem ist es ja eigentlich auch egal, wenn es nicht ganz genau stimmt. Das sind die Draußen-Schritte, weil das von der Health App auf dem Smartphone gezählt wird und ich das Zuhause natürlich nicht mit mir umhertrage. ↩︎
