Ich kaufe gerne Dinge. Das muss gar nichts besonders großes, teures oder aufregendes sein. Selbst ein Notizblock, ein neuer Stift oder ein paar Sticker für 1,50€ machen meine Runde in die Stadt zum Erfolg. Oder ein Tetrapack KiBa, Toastbrot und Frischkäse. Neulich dachte ich also so darüber nach, dass dieses Erfolgsgefühl sehr häufig etwas mit gekauften Dingen zu tun hat. Und dann habe ich mich gefragt, ob das nicht auch anders geht. Dabei ist mir eine Menge eingefallen, die ich in einem neuen Mini Zine festgehalten habe: Low Budget Dopamin – oder „Glücksgefühle ohne Geld ausgeben“.

Do it yourself
Eine Möglichkeit, um etwas neues zu haben, ohne etwas zu kaufen: selbst machen.
Das funktioniert natürlich nur, solange man alles schon da hat, was man braucht. Es gab mal dieses schöne Meme (oder war es ein Tweet?), das in etwa so ging: „Warum soll ich etwas für 5 Euro kaufen, wenn ich es ganz einfach für 80 Euro selbst machen kann??“ Es steckt sehr viel Wahrheit in diesem kleinen Stück Internetgeschichte.
Ideen, was man selbst machen kann – mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass man das Material dafür eh schon Zuhause hat:
- Kunst für die Wand
- Geburtstagskarten
- Perlenarmbänder
- Pizza, Marmelade und sonstiges Essen
- Pflanzen anbauen (z.B. Kräuter, Kresse, Salat)
- Stiftehalter
- Genähtes/Gestricktes
- Lippenbalsam
- Mittag / Lunchbox für die Arbeit
- Fotos machen, als Sammlung, Reihe zu einem Thema oder einfach als Material für Collagen und Posts

Weg damit: Aussortieren, wegschmeißen, verkaufen
Aus irgendeinem Grund ist es genau so befriedigend etwas loszuwerden, wie etwas neues zu kaufen. Vermutlich ist auch das eine Art Belohnung fürs Gehirn.
Wichtig ist dabei – zumindest für mich: Vorher und Nachher muss gut sichtbar sein. Es muss sich lohnen. Zum Beispiel, wenn die Schublade endlich nicht mehr klemmt, weil man den komischen Universalpfannendeckel aus Silikon endlich aussortiert hat, den man nie genutzt hat UND der immer im Weg war. Oder wenn der Kleiderschrank wieder richtig ordentlich aussieht, weil er nicht mehr überquillt. Dann freue ich mich hinterher sogar viel mehr, dass ich jetzt weniger habe, anstatt noch mehr.
Manches Aussortierte kann man verkaufen und hat damit doppelt Dopamin gesammelt. Vorausgesetzt, man hat die Nerven, sich mit Kleinanzeigen, Flohmärkten & Co. auseinanderzusetzen.
Ansonsten ist es auch sehr befreiend, Dinge einfach wegzuschmeißen. Am besten eignen sich dazu die Sachen, bei denen man denkt „Also EIGENTLICH ist es ja zu schade zum Wegwerfen“. Aber wenn man ehrlich ist, würde man den Tünneff auch nicht mal geschenkt haben wollen (z.B.: halb durchgelaufene Schuhe, hässliche Kerzen, das Puzzle mit 10 fehlenden Teilen oder den keimigen Brotkorb). Ab in die Restmülltonne.
Glücklich tauschen
Durch meine Zinetauschs weiß ich: Tauschen macht sowas von glücklich! Jemand anderes hat etwas, das du gern hättest und du hast das passende Tauschmaterial? Ja super. Es gibt viele Dinge, die sich zum Tauschen eignen:
- Zines oder Sticker sind klassisches Tauschmaterial.
- Bücher kann man in diversen öffentlichen Bücherschränken tauschen, die man in fast jeder Stadt findet.
- Klamotten: Damals, in den 90ern, kam meine Mutter hin und wieder mit einem großen Sack Klamotten nach Hause. Wenn ihre Kollegin den Kleiderschrank von sich und ihrer Tochter aussortiert hat, haben wir immer erstmal geschaut, ob wir etwas haben möchten. Der Rest ging dann in die Kleidertonne. Andersrum hat meine Mutter auch immer mal was mitgenommen. Für mich war das immer ein riesen Highlight, weil es einfach super spannend war, so einen großen Sack voll Klamotten durchzuschauen und alles anzuprobieren.
- Spiele & Co: In einigen Städten gibt es „Verschenkeläden“. Man kann dort einfach hingehen und etwas abgeben oder etwas mitnehmen oder beides. Dort findet man oft klassische Flohmarktsachen wie Kleidung, Spiele, Geschirr usw.
Sonstige Low Budget Dopaminkicks, anstatt irgendwas zu kaufen
Neben tauschen, entsorgen und selbst machen gibt es natürlich noch viel mehr, das man tun kann, anstatt shoppen zu gehen. Zum Beispiel…
- Tiere streicheln 💜
- Mini Erfolge feiern. Also alle. Geschirrspüler endlich ausgeräumt? Yay!
- ToDo Listen abhaken. Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen, aber eine erledigte und abgehakte Aufgabe ist großartig. Es gab Zeiten, in denen habe ich Dinge nachträglich auf meine ToDo Liste geschrieben, nachdem ich sie ungeplant erledigt hatte, nur damit ich sie abhaken kann.
- Etwas machen, das Spaß macht. Baden gehen, Serie gucken beim Wäsche abnehmen, in der Küche tanzen, Fahrradtour, Picknick.
- Etwas planen, das Vorfreude macht. Ob am selben Tag (nach dem Feierabend in die Bibliothek gehen und lesen) oder länger hin (in 3 Wochen einen Tag an die Ostsee fahren) ist eigentlich egal.
- Apropos Bibliothek: Hier kann man viele verschiedene Bücher lesen, ohne sie zu kaufen.
Viele Grüße,
Anna

