Heute ist wieder so ein Tag. Es ist 16 Uhr, draußen fängt die Dämmerung an und bei mir hört die Dämmerung langsam wieder auf – was für ein Wortspiel. „Langsam von den Toten wieder auferstehen“ wäre auch eine gute Beschreibung für das Gefühl, wenn die Migräne nachlässt. Man kann es nennen, wie man will, es ist und bleibt ziemlich ätzend. Manchmal, wenn mein Körper entscheidet, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür ist, gibt es auch noch eine Migräne-Aura dazu. Zum Glück ist das sehr selten. Wie ich bei meinen Recherchen gelernt habe, nennt sich das Phänomen „Flimmerskotom“. Und wie das aussieht, habe ich neulich gerade in einem Zine festgehalten:

Die Migräne-Aura besteht aus flimmernden Zacken und Blitzen, die eine zeitlang das Sichtfeld stören.

Es beginnt in der Mitte. Der große flimmernde Punkt befindet sich in der Mitte vom Sichtfeld. Dort sieht man nichts anderes mehr. Es flimmert und blitzt.

Nach ein paar Minuten (und dezenter Panik über das, was dort geschieht) wandern die flimmernden Zacken weiter nach außen. Sie werden zu einem verrückten Kaleidoskop aus bunten Blitzen.

So geht das eine Weile weiter, meistens um die 30 Minuten. Die Sicht-Einschränkung wandert immer weiter nach außen, bis sie letztendlich aus dem Bild gewandert ist. Die Sicht ist wieder frei und mit ein bisschen Pech folgt in Kürze die Migräne.
Und weil ich finde, dass mit Humor vieles besser zu ertragen ist, hier ein Flachwitz über Migräne-Aura:
Was sagt ein Migräniker mit Aura, wenn er ein UFO sieht? „Ach egal, das verschwindet in 20 Minuten wieder aus dem Sichtfeld.“
Ich wünsche allen Migräne-Geplagten ganz lange Ruhe bis zum nächsten Anfall 🖤

