Im letzten Jahr habe ich etwas Entscheidendes herausgefunden, das mir mein Leben seitdem erleichtert.
Sobald ich etwas machen muss, ist die Überwindung, die ich dazu brauche, nahezu unendlich. Wenn ich aber etwas machen will, kann mich niemand stoppen. Dass es auch so ist, wenn ich selbst etwas von mir möchte – das war mir neu. Das zeigt sich am Jahresanfang auch bei guten Vorsätzen: Nachdem ich in mühevoller Handarbeit Listen und Pläne erstellt habe (das macht ja immerhin riesigen Spaß), wars das meistens. Keiner dieser Vorsätze wird jemals verfolgt werden, denn jetzt ist ein kleines „Muss“ draus geworden, das in den Startlöchern steht und auf DEN Tag wartet, an dem es dann losgehen soll.
Deshalb mache ich es seit einiger Zeit anders: Ich fange einfach sofort an.
Warum sollte ich erst an einem festgelegten Datum mit etwas beginnen, wenn ich jetzt gerade richtig motiviert bin und sofort anfangen kann? Auf diese Frage gibt es für mich keine sinnvolle Antwort. Aber einen ersten Schritt gibt es immer. Und das Beste: es funktioniert für mich. Auf diese Art habe ich grade erst:
- Ende November mein Instagram-Doomscrolling massiv reduziert
- Ende Dezember aufgehört, Süßigkeiten zu essen
- Ende Dezember direkt mit Scrap-a-day angefangen, das ich mir ab 1. Januar 2026 vorgenommen hatte. Und ich habe die Regeln geändert: Anstatt mich auf ein Klebi pro Tag zu limitieren, stanze und klebe ich einfach immer wann ich will und so viel ich will in mein Büchlein ein.
Während viele andere jetzt im Januar auf ihre lange Liste mit guten Vorsätzen schauen, bin ich schon ganz entspannt mittendrin.
Die Regeln zu ändern ist ein weiterer Supertrick, der mir hilft, Routinen zu verfolgen.
Je besser die Regeln zu mir, meinen Vorlieben und Vorstellungen passen, um so realistischer ist der Erfolg. Ist das nicht ein zauberhaftes Leben, wenn man die Spielregeln einfach ändern kann, damit sie passen? Denn, und auch das muss ich mir immer wieder vor Augen führen: Ich habe viele Regeln selbst gemacht, also muss ich mich damit gar nicht quälen. Niemand sagt, dass es schwer sein muss.
Zum Beispiel hat sich schnell gezeigt, dass es unrealistisch ist, eine tägliche Morgenroutine – also ein bisschen Dehnen, Strecken und Mobility – zusätzlich in meinen Morgen zu integrieren. Mich morgens mit einem YouTube Video auf eine Sportmatte zu stellen, passt nicht in meine Vorstellung von einem stressfreien Morgen und ist deshalb zum Scheitern verurteilt. Aber anstatt es nie wieder zu tun, habe ich die Regeln geändert: Jeden Morgen im Bad läuft jetzt Kim Wilde von meiner 80er Playlist (das hat sich so ergeben 😀 ) und ich mache meine “Gymnastik” nebenbei beim Zähneputzen. Funktioniert genau so gut. Manchmal reicht so ein Kompromiss auch einfach aus.
Wenn es nervt, dann mach es anders.
Noch etwas, das mir viele „Muss“ erspart, ist es, die Komplexität zu reduzieren. Zum Beispiel auf diesem Blog. Manche Beiträge sind sehr textlastig, bei anderen möchte ich etwas zeigen. Möchte ich mir für jeden Textbeitrag ein Titelbild überlegen müssen? Auf gar keinen Fall. Also habe ich mir von vornherein ein Design rausgesucht, das sowohl mit Vorschaubild und auch ohne funktioniert. Problem gelöst, bevor es da war.
Manchmal hilft es im Alltag, wenn man sich selbst ein bisschen besser versteht.
