Ein Zine (/ziːn/ von magazine) ist ein kleines, selbstgemachtes Heft. Es wird unabhängig produziert und ist ursprünglich nicht dazu gedacht, Geld damit zu verdienen – sondern, um Gedanken und Ideen zu teilen und Gleichgesinnte zu finden. Zines eignen sich deshalb auch gut zum Tauschen und Sammeln. Zines sind DIY! Es gibt unendliche Themen und Gestaltungsmöglichkeiten. Und das beste: Es gibt keine Regeln für dein Zine. Mach, was dir gefällt. ✨
Wenn du dein erstes Zine gestalten möchtest, findest du hier ein paar Tipps.

1. Finde ein Thema für dein Zine
Die Themen von Zines sind meist persönlich und etwas speziell. Was beschäftigt dich? Was findest du interessant? Was möchtest du erzählen? Mach ein Zine draus!
Hier sind 19 Beispiele:
- Die besten / skurillsten Zeichnungen aus deinem Skizzenbuch
- Eine Kurzgeschichte zu einem beliebigen Thema
- Aufwachsen in den 90ern
- Tiere, die dir in den letzten Wochen draußen begegnet sind
- Deine Top 5 Lieblingsbücher aller Zeiten und warum
- Anleitung für das perfekte Picknick
- Zusammenhanglose Auszüge aus deinen Teenie-Tagebüchern
- Deine Top 3 Life Hacks
- Cheats für dein liebstes Game
- Was ist Inklusion?
- Wissenswertes über Tauben
- Die Geschichte des Feminismus
- Warum Makkaroni die beste Nudelsorte sind
- Ein Fan-Zine zu deiner Lieblingsband oder Serie
- Portraits und Steckbriefe deiner erstellten Sims
- Lieblingsschlafplätze von deinem Haustier
- Mini Kunst-Galerie
- Starke Frauen
- Selfcare-Anleitung
Zines sind oft etwas „nischig“ und behandeln eher Themen, die eine kleine Gruppe ansprechen. Das macht sie für mich so toll und einzigartig. Aber das sollte dich nicht davon abhalten, ein Zine über alle Eras von Taylor Swift zu erstellen, wenn du genau das möchtest. Häufige Arten von Zines sind nämlich Fan-Zines, Kunst-Zines, Politische oder Statement-Zines, Queer-Zines, Comic-Zines oder Persönliche Zines.
Ich habe zum Beispiel eine Notiz auf dem Telefon, in die ich jede Idee gleich eintrage. So habe ich immer eine große Auswahl aus Themen.
Bevor du loslegst: Mache dir am besten eine kleine Skizze/Manuskript, was auf deine 8 Seiten soll (Vorder- und Rückseite und 6 Seiten Inhalt) und dann kann es losgehen.
2. Material, um ein Zine zu erstellen
Zines werden entweder per Hand erstellt und kopiert. Sie können aber auch digital erstellt und ausgedruckt werden. Für die Gestaltung sind keine besonderen Kenntnisse nötig.
Das brauchst du, um anzufangen:
- Ein Blatt Papier (A4)
- Einen Stift und eine Schere
Das ist eigentlich alles. Damit kannst du direkt loslegen.
Falls du dein Zine digital gestalten möchtest, benötigst du noch einen Drucker oder einen Copy Shop deines Vertrauens. Für die Gestaltung ist alles erlaubt: Du kannst in dein Zine schreiben, zeichnen, Collagen einkleben, mit Stickern arbeiten, etwas kopieren oder scannen, Fotos einfügen, …
3. Das Format anlegen und falten – analog oder digital
Das Zine, das ich hier zeige, wird aus einem einzigen Blatt Papier (A4) gefaltet. Deshalb musst du auf die richtige Anordnung achten, damit die Seiten später in der richtigen Reihenfolge sind.
So faltest du dein Zine:

- Falte das A4 Blatt in der Hälfte, und zwar an der langen Seite entlang von oben nach unten.
- Falte es dann noch einmal in der Hälfte, diesmal über die kurze Seite von rechts nach links.
- Falte es dann noch ein letztes Mal in der Hälfte, wieder von rechts nach links.
- Falte das Blatt wieder auf. Jetzt sind schon die 8 Flächen sichtbar. Klappe es in der Hälfte wieder zu, und zwar von rechts nach links über die kurze Seite.
- An der Seite mit der geschlossenen Kante (rechts) schneidest du das Papier an der Falzlinie bis zur Mitte ein.
- Falte es wieder auf. In der Mitte befindet sich nun eine offene Stelle. Klappe das Papier wieder in der Mitte zusammen, aber diesmal über die lange Seite von oben nach unten.
- Jetzt drückst du die beiden Außenkanten vorsichtig nach innen. Die Falze schieben sich dadurch zu den Seiten. Klappe es nur noch zu und fertig ist dein Zine!
Das ist die Anordnung der Seiten:
Seite 1 ist der Titel und Seite 8 die Rückseite. Beachte auch, dass ein paar Seiten auf dem Kopf stehen.

4. Gestalten und drucken
Analog: Du kannst deinen Inhalt jetzt direkt in dem Blanko-Zine gestalten. Wenn du später mehrere Exemplare haben möchtest, faltest du das Zine wieder auf und kopierst es, oder du scanst es ein und druckst es aus.
Digital: Wenn du dein Zine digital erstellen möchtest, legst du als Format ebenfalls A4 an und teilst es in 8 gleich große Flächen auf. Die Anordnung ist die selbe wie in der Faltanleitung, denn nach dem Ausdrucken faltest du es genau so wie beschrieben.
Meine Zines sind etwas kleiner auf ein A4 Blatt gedruckt, damit ich nicht randlos drucken muss. Ich schneide sie also vor dem Falten erst noch aus.
Meistens werden meine Zines ein Material-Mix. Zum Beispiel erstelle ich eine kleine Collage, fotografiere sie und passe am Laptop die Größen oder Farbe an. Oder ich erstelle eine Collage aus Fotos direkt am Laptop. Illustrierte Elemente zeichne ich meistens am Tablet. Zuletzt füge ich dann digital alles zusammen und lasse es in einem Copy Shop ausdrucken (Ich sträube mich noch dagegen, einen Drucker zu kaufen. Zu oft habe ich schon Zubehör für neue Hobbies gekauft und dann plötzlich ein anderes, neues Hobby gefunden 😀 ).



Interessante Links
In dieser Linksammlung findest du ein paar interessante Ressourcen rund um Zines:
- Alle Artikel rund um Zines auf diesem Blog
- Commonplace Zines (Substack)
- r/zines (Reddit)
- Zines.cool (Website und Podcast)
- Zinetausch.cool (Instagram)
- Geschichte der Zines (Wikipedia)
- Entdecke Zines (Zinemap)
- Catmothcrow (Zinester)
- Twentytwozines (Zinester)
Viel Spaß mit deinen Zines. Vorsicht: Es macht süchtig! 🖤
Anna

